Vereinsgeschichte

 

   FREUNDESKREIS

         HESSISCH LICHTENAU E. V.

                      -Selbsthilfegruppe für Suchtgefährdete und deren Angehörige-

                                                             

                                                                           Unsere Vereinsgeschichte

 

Ende 1978 rief Herr Karl-Heinz Jeschonneck, der damalige Sozialarbeiter der heutigen Eschweger Fachstelle für Suchthilfe und Prävention in Hessisch Lichtenau eine Selbsthilfegruppe für suchtgefährdete Menschen und deren Angehörige ins Leben.

Fünf Ehepaare, von denen jeweils die Männer ein Alkoholproblem hatten, trafen sich wöchentlich im Wechsel einmal im ev. Gemeindehaus in Hessisch Lichtenau und einmal reihum privat zu Hause. Neben dem Thema Alkohol sprach man hier auch über die Alltagsprobleme eines jeden einzelnen. Die Teilnehmer halfen sich gegenseitig bei der Bewältigung von Krisensituationen wie z. B. bei der Arbeitssuche für einen arbeitslosen Mitbetroffenen. Auch Freizeitaktivitäten wie Wandern, Grillen oder Spielabende bei einem der Paare zu Hause waren damals schon Programm.

Aus dieser Interessengemeinschaft gründete sich am 29. Mai 1980 der Verein „Freundeskreis Hessisch Lichtenau e. V.“, der heute über einhundert Mitglieder zählt. 

Unter Leitung des Wahlvorstandes, Herrn Karl-Heinz Jeschonnek, und seinen Helfern, Frau Elisabeth Horschke, Herr Otmar Reuß, wurde von den anwesenden 14 Teilnehmern der erste Vereinsvorstand gewählt.

Manfred Ewald übernahm das Amt des 1. Vorsitzenden. Sein Vertreter und 2. Vorsitzender wurde Ferdi Koch, Brunhilde Kükenbrink als Schriftführerin, Anneliese Koch als 1. Kassiererin und Bodo Horschke als 2. Kassierer vervollständigten den Vereinsvorstand.

Die Hälfte der Gründungsmitglieder sind heute noch aktive Mitglieder im Verein tätig.

Der Verein wurde am 12. September 1980 unter VR 1206 in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Witzenhausen eingetragen. Die Erklärung der Freigemeinnützigkeit erfolgte durch das Finanzamt Witzenhausen. 

Wir wurden Mitglied im Landesverband der Freundeskreise in Hessen.

Um sich zu informieren und andere Menschen aus der Suchtkrankenhilfe und deren Arbeit kennen zu lernen erfolgten für unsere Vorstands- und anderen aktiven Mitgliedern in den ersten Vereinsjahren anstrengende Zeiten. Man reiste durch Hessen und andere Teile Deutschlands, um an Bundeskongressen der Freundeskreise, Klausur- und Delegiertentagungen des Landesverbandes oder an  überregionalen Selbsthilfegruppentreffen teilzunehmen. Wir präsentierten uns der hiesigen Öffentlichkeit und führten entsprechende Informationsveranstaltungen durch. Dazu kam für die ersten Vereinsaktiven die Ausbildung zum freiwilligen Suchtkrankenhelfer der Diakonie.

Am 01. Juli 1980 bezogen wir unsere ersten eigenen Räumlichkeiten. Die Familie Schröder (Schuhhaus Schröder, Hopfelder Straße) stellte uns ein kleines Haus auf ihrem Grundstück zur Verfügung. Wir richteten einen Gruppenraum ein, eine Teeküche und Toiletten waren vorhanden. Somit waren wir unabhängig von vorgegebenen Terminen bei Anmietung öffentlicher Gemeinschaftseinrichtungen. Wir konnten über Termine unsere Angebote und Aktivitäten frei entscheiden.

Am 07. 12. 1982 gründeten wir mit anderen Freundeskreisen aus dem Kirchensprengel Bad Hersfeld eine Arbeitsgruppe, mit der wir Mitglied im Diakonischen Werk Kurhessen-Waldeck wurden.  Bis heute sichert uns diese Mitgliedschaft die Ausbildung zum freiwilligen Suchtkrankenhelfer und unterstützt unsere Tätigkeiten sowohl durch fachliche als auch finanzielle Hilfen.

Nachdem der Verein wuchs und wir eine neue Räumlichkeit für unsere Gruppenangebote benötigten, stellte uns die Stadt Hessisch Lichtenau ab 01. 01. 1983 nach und nach eine halbe Etage der ehemaligen Zigarrenfabrik (Haus der Jugend) an der B 7 kostenlos zur Verfügung. Mit den noch im Haus anwesenden anderen Vereinen wurde eine Selbstverwaltung gegründet, deren Sprecher unser Vorstand wurde.

Der Grundstock für unser heutiges Gruppenangebot - wir arbeiten mit 7 verschiedenen Gesprächsgruppen - wurde auf Grund des jetzt bestehenden Raumangebotes in dieser Zeit gelegt.

In den Jahren 1986 bis 1988 stand uns ein Psychologe über eine AB-Maßnahme des Diakonischen Werkes Kurhessen-Waldeck für Gruppenarbeit und Suchtkrankenhilfe zur Verfügung. Während dieser Zeit wurde auch eine Jugendgruppe von diesem Mitarbeiter und unserem leider in 2000 verstorbenen Suchtkrankenhelfer Kurt Schleider betreut. Kurt Schleider war bezüglich der Suchtkrankenhilfe der aktivste Helfer unseres Vereins. Sein Tod hat eine Lücke hinterlassen, die wir bis heute noch nicht ganz schließen konnten.

Am 20. 01. 1990 feierten wir im Bürgerhaus in Laudenbach unser 10-jähriges Bestehen, wozu wir auch Gäste aus dem Eisenacher Freundeskreis begrüßen konnten, die wir selbst abholten und wieder zurück brachten. 

Am 12. September 1992 erhielt der Verein einen Preis der Paul Dierichs-Stiftung. Im Rittersaal der Burg Hardegsen konnte unser Vorsitzende Manfred Ewald den Preis in Höhe von DM 5000,00 entgegen nehmen. Mit diesem Preis werden Personen oder Gruppen für mitbürgerliches Handeln, uneigennützigen Dienst für die Gemeinschaft und Engagement für manches, was sonst nicht erreicht worden wäre ausgezeichnet.

Die Jahre 1994 und 1995 waren wieder Jahre der räumlichen Veränderungen. Der Verein eröffnete im Dezember 1994 eine Außenstelle in Großalmerode. Hier wurden durch die Stadt in der „Roten Schule“ 2 Gruppenräume und Teeküche zur kostenlosen Nutzung bereitgestellt. Kurt Schleider und Familie renovierten diese Räume, so dass der erste Gruppenabend am 16. Dezember 1994 stattfinden konnte.

In Hessisch Lichtenau wurden die Räume in der ehem. Zigarrenfabrik zu Gunsten der wieder beginnenden Jugendarbeit der Stadt aufgegeben. Wir mieteten unser heutiges Domiziel im Mühlweg an. An den Mietkosten beteiligte sich die Stadt zur Hälfte, sonst wäre die Anmietung dieser Räume nicht möglich gewesen. Leider erhielt aber die Stadt Hess. Lichtenau von höherer Seite die Auflage, ab 2002 alle freiwilligen Leistungen zu streichen. Um diesen Standort zu erhalten und die Miete zu sichern, konnten wir ab 01. 01. 2002 das Betreute Wohnen vom Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie als Untermieter gewinnen.

Wir betreuen jährlich ca. 160 Betroffene und Angehörige. Bei 180 Veranstaltungen konnten wir 1700 Besucher zählen.

An den 20 Vereinsfahrten oder längeren Freizeiten nahmen 760 Vereinsmitglieder und Bürgerinnen und Bürger aus Hessisch Lichtenau teil.

 
     

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